Akzeptanz

Die Akzeptanz des eigenen Körpers

Die wichtigsten Fragen direkt zum Einstieg: Wie zufrieden bist du mit deinem eigenen Körper? Schaust du dich mit Selbstachtung im Spiegel an und schätzt du das wert, was du dort siehst? Oder achtest du vor allem auf die Bereiche deines Körpers, die du selbst als Problemzonen wahrnimmst? Die Realität zu erkennen, seine Problemzonen anzunehmen und genau zu analysieren, welche Fehler zu welchen Umständen geführt haben, bezeichnet man als eine Bestandsaufnahme des Körpers. 

Disziplin als wichtiger Faktor

Unsere Disziplin ist in der Regel in verschiedenen Bereichen des Lebens unterschiedlich stark ausgeprägt. Ich kenne erfolgreiche Geschäftsleute, teilweise hochrangige Manager, die in ihrem Berufsalltag konsequent und mit beneidensweiter Fokussierung ihre Ziele verfolgen. Jedoch scheitern sie daran, ihren Lebensstil zu optimieren, sich gesünder zu ernähren und ein Minimum an sportlichen Aktivitäten in ihren getakteten Wochenplan zu integrieren. Auf der anderen Seite gibt es genügend Beispiele für Menschen, die sich zwar täglich wie Berufssportler bei ihren Workouts quälen, gleichzeitig jedoch im Job kein Bein auf den Boden bekommen. 

Akzeptanz eines Zustandes ist der erste Schritt

Die Akzeptanz eines Zustandes ist einer der entscheidenden Schritte, um dauerhaft eine ausgeprägte Selbstdisziplin aufzubauen. Denn eines steht fest: Fehlt es an innerer Akzeptanz, flüchtet man sich entweder in Ignoranz oder Leugnung. Viele Menschen, die sich mit starkem Übergewicht im wahrsten Sinne des Wortes durch das Leben schleppen, sind wahre Meister im Ignorieren und Leugnen ihres geradezu erschreckenden Zustandes. Der Körper sendet ihnen schon in harmlosen Alltagssituationen Signale der Überlastung – weil die Knie beim Treppensteigen schmerzen oder die Pumpe nach einem kurzen Fußmarsch zu kräftig arbeitet.

Akzeptanz
Mike Diehl ist Diplomtrainer für Leistungssport, Gesundheit, Fitness und Sportrehabilitation. Außerdem ist er Mental- und Entspannungstrainer.

Doch anstatt sich der kritischen Situation zu stellen und sich mit professioneller Unterstützung gesundheitsorientierten Zielen zu widmen, weichen sie auf den Fahrstuhl oder das Auto aus und flüchten sich in ihre Komfortzone, die zunehmend enger wird. Meistens sind es jene Leute, die sich ihr eigenes Übergewicht und die wahrscheinlichen Spätfolgen nicht eingestehen wollen. Sie verschließen die Augen vor der Realität – und werden aus ihrem Hamsterrad der Verfettung nicht herausfinden. Eines solltest du dir bewusst machen: Selbst wenn du ein schlechtes Gefühl dabei spürst, eine Wahrheit zu akzeptieren, ist dies dein erster Schritt, um dir langfristig Selbstdisziplin aufzubauen.

Akzeptanz des IST-Zustandes

Egal, wie sich deine gegenwärtigen Problemzonen darstellen: Wenn du lernst, deinen IST-Zustand anzunehmen, wirst du Schritt für Schritt an Stärke und Stolz gewinnen. Bei der Bundeswehr begleitete uns stets eine Weisheit, die ich auch heute noch häufig an meine Kunden weitergebe: Um stark zu werden, musst du deine Schwächen kennen! Es spielt keine Rolle, ob du bereits regelmäßig Sport treibst, einen ansehnlichen Body aufzuweisen hast oder mit heftigen Figurproblemen zu kämpfen hast.

Trainingsplan auf Basis der Analyse

Ebenso wenig wichtig ist es, ob du Anfang 20 oder Ende 50 bist: Ich rate dir – wie jedem Sportler, mit dem ich zusammen arbeite – vor Beginn einer neuen Trainingsphase zu einer Kontrolle deines IST-Zustandes. Erst danach solltest du dir konkrete Ziele setzen und einen Plan erstellen, wie du diese erreichen willst. Um die Akzeptanz deines Körpers zu schulen, empfehle ich dir, dich regelmäßig mit folgenden Fragen auseinanderzusetzen. Am besten notierst du dir deine Antworten, um sie hin und wieder miteinander zu vergleichen. So kannst du deine eigene Entwicklung überprüfen. 

Die 12 wichtigsten Fragen

  • Wie fühlst du dich psychisch und körperlich in diesem Moment? 
  • Wenn du nackt vor dem Spiegel stehst – wie bewertest du deinen Körper auf einer Skala von 1 (schrecklich) bis 10 (unwiderstehlich)
  • Wie häufig treibst du Sport? 
  • Wie intensiv sind deine Workouts? 
  • Trainierst du, bis du dein Limit erreicht hast? Oder gibst du häufig auf, wenn es unangenehm wird?
  • Wie intensiv beschäftigst du dich mit deiner Ernährung? Und wie bewusst wählst du das aus, was du täglich zu dir nimmst? 
  • Welche sportlichen und körperlichen Ziele verfolgst du?
  • Wie weit bist du von deinen Zielen (Idealgewicht, Muskelmasse, Körperfettanteil, Zeiten beim Joggen etc.) entfernt? 
  • Was vermutest du, wie lange du benötigen wirst, bis du deine Ziele erreichen kannst? Und wie (und wie häufig?) musst du dafür trainieren?
  • Wie definierst du Selbstdisziplin?
  • Bezeichnest du dich als selbstdiszipliniert?
  • Hast du diese Fragen alle ehrlich beantwortet?

Bis bald,
Dein Mike

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